Wohnungsnot bringt Familien zunehmend in Bedrängnis

Hamburger Wohlfahrtsverbände fordern Wohnraumkontingent für Familien und junge Volljährige

Hamburg, 19.07.2024. Familien und junge Menschen sind besonders vom Mangel an bezahlbaren Wohnungen in Hamburg betroffen und haben deshalb mit immer komplexeren Problemlagen zu kämpfen. Diese Beobachtung machen viele soziale Einrichtungen, die Menschen aus prekären Verhältnissen beraten. Aufgrund der Wohnraumkrise können die Einrichtungen Ratsuchenden nur noch schwer passende Hilfeangebote unterbreiten. Die Hamburger Wohlfahrtsverbände fordern stärkere sozial- und wohnungspolitische Maßnahmen – und ein Kontingent von Wohnungen nur für Familien und junge Erwachsene.

„Familien leben beispielsweise in viel zu kleinen Wohnungen ohne Rückzugsorte. Die Suche nach angemessenem Wohnraum ist – trotz Dringlichkeitsschein – oft aussichtslos, was bei einer durchschnittlichen Neuvertragsmiete von 14,58 Euro pro Quadratmeter und steigenden Betriebskosten nicht verwundert. Durch die höheren Kosten sehen sich manche Familien auch nicht mehr in der Lage, ihre Miete zu begleichen und geraten in Zahlungsverzug“, sagt Sandra Berkling von der Arbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege (AGFW), dem Zusammenschluss der Hamburger Wohlfahrtsverbände.

Nicht nur für Familien mit begrenzten Ressourcen ist die angespannte Lage auf dem Wohnungsmarkt eine Herausforderung. Auch junge Erwachsene, die in der öffentlichen Debatte so gut wie nie vorkommen, trifft der Mangel an bezahlbaren Wohnungen hart. Der Auszug aus dem elterlichen Haushalt, ein zentraler Entwicklungsschritt, ist gerade für junge Menschen aus finanziell benachteiligten Verhältnissen meist unerreichbar. Schwierig gestaltet sich die Lage auch für junge Volljährige, die aus stationären Maßnahmen der Jugendhilfe entlassen werden oder aus verschiedensten Gründen nicht mehr zu Hause leben können und keine eigene Wohnung finden.

Im schlimmsten Fall droht jungen Menschen, die selbst oder deren Familien keinen geeigneten Wohnraum finden, die Wohnungslosigkeit: Zum Stichtag 31.01.24 waren in Hamburg von 2.330 Menschen deutscher Staatsangehörigkeit, die wegen Wohnungslosigkeit untergebracht waren, allein 720 unter 25 Jahren, also knapp ein Drittel aller Personen.

Der Mangel an bezahlbaren Wohnungen erschwert es Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe, Ratsuchende erfolgreich zu beraten und gemeinsam Zukunftsperspektiven zu erarbeiten. Berkling: „Eine gelingende Jugend- und Sozialarbeit ist davon abhängig, dass bedarfsgerechter Wohnraum verfügbar ist. Die Stadt muss mehr Wohnungen speziell für junge Volljährige und Familien mit geringer Finanzkraft bereitstellen. Dazu muss u.a. im Neubau der Anteil von Sozialwohnungen gesteigert werden, von jetzt einem Drittel auf 50 Prozent.“

Pressekontakt:

AGFW Hamburg e.V.
Sandra Berkling
Tel.: 040 60 77 46 512
Mobil: 0151 42 54 74 68
Email: sandra.berkling@agfw-hamburg.de

Diakonisches Werk Hamburg
Malte Habscheidt
Tel.: 040 30620-438
Mobil: 0151 18440100
Mail: habscheidt@diakonie-hamburg.de
  • 2024-07-19

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